© Raupenzunft Seedorf 1937 e.V.

Kleidle

Der Hansel

Der Seedorfer Hansel ist ein typischer Vertreter der Weißnarren, wie er in der schwäbisch-alemannischen Fasnet an vielen Orten zu sehen ist.

Gefertigt aus dem handwerklichen Vermögen der Region: der Schnitzkunst, dem Leinenstoff, dem Leder, den Schellen aus der Landwirtschaft und den Naturfarben.

Natürlich wurden Motive gewählt, die einen Bezug auf örtliches und Vergangenes herstellen sollen.

Der Hansel trägt eine Glattlarve, die aus Lindenholz geschnitzt wird.

Umrandet ist die Larve mit einem Kränzchen aus Rosshaar, geschmückt mit Spiegel und Jahresbändel. Diese wiederum zeigen mit Ihrer Vielfalt, wie lange so ein Hanselkleid schon an der Fasnacht teilnimmt.

Den Hinterkopf ziert eine Kappe mit Federn.

Rechts und links von der Kappe sind ein Bauern- und Bäuerinnenkopf zu sehen als Hinweis auf die damalige landwirtschaftliche Abhängigkeit.

Auf der Vorderseite ist ein Zigeunerpaar zu sehen.

Bei der Zigeunerin soll es sich um eine Person handeln, die früher immer wieder Seedorf besuchte und tatsächlich pfeiferauchend durchs Ort gezogen ist. Das Zigeunerpaar erinnert aber auch an die früheren in der Fasnachtszeit häufig auftretenden Zigeunergruppen, vor der Gründung der Raupenzunft. 

 

Über den Schultern befindet sich ein Pflaumenzweig und auf dem Rücken zwei zu einer Herzform gebundene Raupen. Dazwischen ein Wolfszahn "das Z". Hierbei soll es sich um ein altes Seedorfer Wappen handeln.

 

Zwei Fuchsschwänze als Zeichen der Schlauheit für einen Narr sind obligatorisch und in der Mitte darf eine bunt geknüpfte Raupe als örtliches Kennzeichen nicht fehlen. 

 

Die Jacke trägt auf den Armen und ebenfalls auf der Vorderseite Rosen und Apfelzweige, als Symbol für Schönheit und Bodenständigkeit.

Auf dem Rücken befinden sich zwei Schmetterlinge.


Auch die Hose zeigt vorne auf dem einen Bein einen Rosenzweig, auf dem anderen Tulpen, je mit Raupen und Schmetterling.

Die Rückseite der Hose zieren wiederum Bauer und Bäuerin in Tracht.

Der Hansel trägt weiße Handschuhe und einen weißen Rollkragenpullover, schwarze Schuhe sind Pflicht. 

Damit er sich auch imposant akustisch bemerkbar machen kann, trägt der große Hansel 6 Riemen mit insgesamt 42 Rollen bei einem Gesamtgewicht von ca. 12-18 Kilo.

Frauen ist es auch gestattet nur 4 Riemen zu tragen.

Der Brezelstecken und das Orangennetz wird in der linken Hand und die Hanselwurst in der rechten Hand getragen. Mit der Hanselwurst zeigt er auf Leute, die entweder eine Brezel oder Orange von ihm bekommen sollen.

Der alte Schantle - (auch "Lammwirt's Schantle“)

Ein nach Rottweiler Art gearbeiteter Schantle mit markanter Holzlarve.

 

Wams und Hose sind aus altem Gardinenstoff gearbeitet

Einzelfigur, der zur Gründerzeit als alternative zum Hansel gefertigt wurde.

"Neuer Schantle“ - seit 1969 auf der Straße

1969 wurde der neue Schantle der Öffentlichkeit vorgestellt. 

 

Er verkörpert den Narrentyp, der sich nicht so stürmisch auf sein Gegenüber zu bewegt und sich verstärkt dem Aufsagen widmet.

Auch die Larve des Schantle ist aus Lindenholz geschnitzt. Jedoch hat sie gröbere Gesichtszüge, ist aber auch mit Kränzchen, Spiegel und den Jahresbändeln bestückt.

Am Kopfteil befindet sich ein mit bunten Federn bestücktes Käppchen.

 

Anders als beim Hansel ist die Raupe auf das Kopfteil aufgestickt. Ergänzt wird das Kopfteil mit den 2 obligatorischen Fuchsschwänzen.

 

Der grüne Samtmantel und die inzwischen aus  unterschiedlichen Stoffen und Farben bestehenden Hosen ergänzen das Schantle-Kleid.

 

Das Gesamtbild rundet ein Korb für seine Gaben und ein orangefarbener Schirm ab, einem Überbleibsel aus der Rokoko-Mode.

 

Weiße Handschuhe und schwarze Schuhe sind auch für den Schantle zwingend.

Das Gretele

Seit 1962 gesellte sich zum Hansel das Gretel-Kleidle. 

Als Gefährtin des Hansels verkörpert sie den Wandel der Raupe zum Schmetterling.

Mit roten Strümpfen, weißer Bluse, schwarzer Weste, grünem Samtleibchen mit einem großen Schmetterling auf der Brust und dem gelbem Rock bestückt mit Glöckchen und vielen kleine Schmetterlingen, sowie dem Glockengürtel verkörpert sie ein typisches Frauenkleid, das aber auch vereinzelt von Männer getragen wird.

Die Larve, ebenfalls aus Lindenholz, trägt weibliche Züge und wird von einem großen Schmetterling auf dem Kopf geschmückt. An der Maske eine blonde Echtharrperücke mit langen Zöpfen.

In der linken Hand eine großen Korb für das Auswurfmaterial.


Geplant war damals, dass Hansel und Gretel paarweise beim Umzug laufen bzw. springen sollten.

Leider hat sich das Gretelkleidle damals nicht so durchsetzen können, erringt aber zur Zeit immer größerer Beliebtheit.

Die Raupe

Unser jüngstes Kleid ist die Raupe.

Von der Idee bis zur Fertigstellung im Jahre 1993 sind lange 10 Jahre vergangen.

Es sollte eine auf den Narrennamen bezogene Figur geschaffen werden.

Heute können wir sagen, dass mit über 65 Raupenkleidle eine beachtliche Gruppe entstanden ist die ins Auge fällt, denn immer wieder werden wir angeschrieben, wenn Zünfte einen Tiermaskenumzug veranstalten, daran auch teilzunehmen.

Die Larve entspricht trefflich einer Raupe und wird auch wie die anderen aus Lindenholz angefertigt. Auf dem Kopfteil ist eine Raupe aufgestickt.

 

Aus drei verschiedenen Naturfarben bestehen Hose und Jacke, wobei Borsten die Ärmel zieren.

Die Raupe ist ausgestattet mit zwei Lederriemen, die in Form eines V zusammengenäht sind. Daran befestigt sind hell verkupferte Glocken.

ln der rechten Hand hält sie ein Blatt mit Raupe, der Narrenwurst entsprechend und in der Linken ihren Korb für das Auswurfmaterial.

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Die Raupe, der Schantle und die Gretel verteilen aus Laugengebäck hergestellte Räuple, der Hansel das bekannte Gebäck, das dreimal von der Sonne durchschienen werden kann - die Brezel

Zur Zeit sind 390 Kleidle bei der Raupenzunft registriert.

168 große und 20 Kinderhasel

71 große Schantle und 1 Kinderschantle

63 große und 13 Kinderraupen

49 große und 5 Kindergretele

Raupa - Nest